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Oh, Heiliger Vater!

Sollte der Papst wirklich Vater sein - ist er dann ein heiliger oder ein heimlicher?

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Wer ist unser Souverän?

Der Papst will im Bundestag reden;

Im Haus int’ressiert das nicht jeden.

Für einhundert Plätze

gibt’s einfach Ersätze.

Wer spannte denn da bloß die Fäden?

 

Im Vorfeld des Papstbesuchs im Deutschen Bundestag haben etwa hundert Abgeordnete wissen lassen, sie zögen es vor, während seiner Rede nicht anwesend zu sein. Die dadurch frei bleibenden Plätze, so ist der Nachrichtenlage zu entnehmen, sollen mit Ersatzleuten besetzt werden. Wem damit vorgegaukelt werden soll, der Papst werde vom gesamten Plenum willkommen geheißen, sei dahingestellt. Allen Abgeordneten gegenüber ist das ein kaum zu übertreffender Affront. Der Sitzung absichtlich fernzubleiben, ist eine Meinungsäußerung. Das Recht, seine Meinung zu äußern, steht jedem Bundesbürger laut Grundgesetz zu. Den betroffenen Abgeordneten wird dieses Recht verweigert. Sie dürfen eine Meinung haben, sie aber nicht durch einen leeren Stuhl äußern. Die Ersatzleute spielen eine Statisten-Rolle. Dadurch werden die Abgeordneten, die an der Veranstaltung teilnehmen, ebenfalls zu Statisten degradiert, denn es ist offenbar egal, wie sich das Auditorium zusammensetzt. Selbst schuld, wer das mit sich machen lässt.

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Kommentar zum Kommentar: Gottlieb verteidigt den Verteidigungsminister

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist des Plagiats beschuldigt. In seiner 2006 vorgelegten Doktorarbeit wurden jetzt viele Passagen entdeckt, die zuvor schon andere Autoren formuliert hatten. Das ist zwar in der Wissenschaft üblich, aber nur mit Quellenangabe und nur, um aus den Erkenntnissen anderer eigene Schlussfolgerungen zu ziehen oder die eigenen Aussagen mit denen kompetenter Fachleute zu untermauern. Keinesfalls ist es zulässig, Zitate nicht als solche zu kennzeichnen und dadurch fremde Texte als eigene auszugeben, sich also mit fremden Federn zu schmücken. Genau dies wird zu Guttenberg vorgeworfen. Die entsprechende Nachricht in den ARD-Tagesthemen vom 16. Februar 2011 durfte Sigmund Gottlieb vom Bayerischen Rundfunk kommentieren. Hier mein Kommentar zum Kommentar:

Karl-Theodor zu Guttenberg ist ein Meister der Imagepflege. In seinen Ämtern als Wirtschafts- und als Verteidigungsminister ist es ihm bisher immer gelungen, andere für schuldig zu erklären, wenn ein Schatten auf seine Lichtfigur zu fallen drohte. Schnell und rigoros setzte er angebliche Schuldige vor die Tür. Im Fall des Plagiat-Vorwurfs bestreitet er jede Absicht und lässt verlauten, Zitatzeichen und Quellenangabe könnten vielleicht hier und dort vergessen worden sein. Das soll wohl ungefähr heißen: Ich habe den Text diktiert, die oder derjenige, die/der ihn dann getippt hat, könnte den einen oder anderen Zitat-Hinweis überhört haben. Diesmal dürfte es dennoch nicht ganz leicht sein, den Schwarzen Peter weiterzureichen. Aber wozu hat man Freunde bei den Medien? Es blieb Sigmund Gottlieb vorbehalten, nach Schuldigen zu suchen, und der bediente sich einer altbewährten Methode: Er drehte den Spieß einfach um.

„… Jetzt soll er auch noch abgekupfert haben“, lässt Gottlieb zunächst wissen. Was nach Feststellung der Professoren, die Guttenbergs Dissertation überprüft haben, eine Tatsache ist, schiebt Gottlieb in den Bereich der Gerüchte. Und das in einem Tonfall, der die Annahme nahe legt, auch die bisherigen Vorwürfe gegenüber dem Minister entbehrten wahrscheinlich jeder Grundlage.

„Was an dem Vorwurf dran ist oder nicht, wird man sehen“, fährt der BR-Kommentator fort, „Jetzt wird geprüft“. Und dann holt er zum vernichtenden Schlag aus: „Warten wir doch einfach aufs Ergebnis, auch wenn es manchen schwerfällt, zum Beispiel der Opposition, die verzweifelt hofft, vielleicht lässt sich aus einer solchen Gelegenheit doch ein wenig politisches Kapital schlagen.“  Bisher hat die Opposition sich stark zurückgehalten und das Thema weitgehend den Medien überlassen. Gottlieb kann also kaum kritische Aussagen zitieren, aber er weiß, dass die Opposition „verzweifelt hofft“. Damit sind die Schuldigen gefunden: Die Politiker der Parteien, die im Bundestag nicht die Regierung stützen, werden selbstverständlich aus der Mücke einen Elefanten, aus einer (noch nicht einmal bewiesenen) Lappalie einen Skandal machen. Da ihnen das nicht gelingen wird, sind sie selbst in ihrer Hoffnung jetzt schon verzweifelt.

Guttenberg hingegen „glänzt mit den Markenzeichen Glaubwürdigkeit und Erklärungskompetenz“, stellt Gottlieb fest. Da ist sie also wieder, die Lichtgestalt. In diesem Zusammenhang ausgerechnet Glaubwürdigkeit anzuführen, das klingt, als wolle man einen auf frischer Tat ertappten Einbrecher zum Hausbeschützer deklarieren. Übrigens, Herr Gottlieb, hatten Sie nicht gerade empfohlen, „Warten wir doch einfach aufs Ergebnis …“ ?

Mit einem scheinbaren Versöhnungsangebot an die Opposition (wer weiß, wozu man die vielleicht noch braucht) klingt der Kommentar aus: Guttenberg habe Maßstäbe gesetzt, an denen er jetzt gemessen werde. Soll wohl heißen: Ich verstehe ja, dass ihr ihn kritisieren wollt, wo er doch mit seiner Untadeligkeit die Messlatte so hoch gelegt hat. Auch dieser Satz dient aber eigentlich nur der Überhöhung des Ministers. Welche Maßstäbe hat er denn wirklich gesetzt – außer dem, immer schnell Schuldige für Fehler und Schäden zu benennen?

 Der Plagiat-Vorwurf trifft nicht den Politiker, sondern den Menschen zu Guttenberg. Und Menschen machen Fehler. Dieser menschliche Fehler ist natürlich auch im Zusammenhang mit politischen Leistungen bzw. Verfehlungen zu bewerten. Ob es sich um einen Skandal handelt, sei dahingestellt. Ein Skandal ist es aber, dass ein derart die Tatsachen verdrehender Kommentar in den ARD-Tagesthemen ausgestrahlt wurde.

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Religion ist keine Privatsache

Unter diesem Titel habe ich einen Artikel bei buechertitel.de veröffentlicht

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Die Legende vom Retter der Juden

Klaus Kühlwein beschreibt in der Frankfurter Rundschau vom 14. Dezember 2010, dass Papst Pius XII. 1943 keineswegs 90 Prozent der römischen Juden vor den Nazis gerettet hat. Dies werde zwar behauptet, sei aber eine Legende, die die historische Wahrheit auf den Kopf stellt.

http://www.fr-online.de/kultur/debatte/die-legende-vom-retter-der-juden/-/1473340/4919704/-/index.html

Der Artikel bestätigt, was durch die vielen Fälle sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche offenbar wurde: Es geht der Kirche nicht um die Menschen, sondern nur um das Image des Apparats Amtskirche. Das Ansehen der Kirche soll möglichst keinen Kratzer bekommen. Und wenn die tatsächlichen Beschädigungen zu offensichtlich werden, wenn alle Vertuschungen nicht helfen, dann wird eben eine Legende gestrickt. Dieser verlogene Apparat sollte es sich nicht anrechnen dürfen, dass unendlich viele Menschen in aufopfernder Weise in seinem Namen soziale Dienste leisten.

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Denken statt glauben

Diesen Artikel von mir hat der Vorwärts ins Netz gestellt:

http://networkedblogs.com/4I6yq

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Das war im August 2009


Jetzt zeigen zwei Kurven nach oben;

Sie sind miteinander verwoben:

Die Wirtschaftskraft steigt

und Jobs werd’n vergeigt.

Wer wollte wohl so etwas loben?

 (aus 2009 in Limericks)

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Der anmaßende Papst

Diesen Artikel von Alan Posener in der Frankfurter Rundschau finde ich lesenswert: Benedikt XVI. hat ein gebrochenes Verhältnis zur Demokratie, stellt die Aufklärung in Frage und stärkt dem fundamentalistischen Islam den Rücken.

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/panorama/1993962_Debatte-Der-anmassende-Papst.html

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Christlicher Fundamentalismus beim Wort genommen


 Dieser Text wurde mir von Ruth Hofbauer, Wiesbaden, zugesandt:

Laura Schlessinger ist eine US-Radio-Moderatorin, die Leuten Ratschläge erteilt, die in ihrer Show anrufen. Kürzlich sagte sie als „achtsame” Christin, dass Homosexualität unter keinen Umständen befürwortet werden kann, da diese nach Leviticus 18:22 ein Gräuel sei.

Der folgende Text ist ein offener Brief eines US-Bürgers an Dr. Laura.

Liebe Dr. Laura,

vielen Dank, dass Sie sich so aufopfernd bemühen, den Menschen die Gesetze Gottes näher zu bringen. Ich habe einiges durch Ihre Sendung gelernt und versuche, das Wissen mit so vielen anderen wie nur möglich zu teilen.

Wenn etwa jemand versucht, seinen homosexuellen Lebenswandel zu verteidigen, erinnere ich ihn einfach an das Buch Mose 3, Leviticus 18:22, wo klargestellt wird, dass es sich dabei um ein Gräuel handelt. Ende der Debatte.

Ich benötige allerdings ein paar Ratschläge von Ihnen im Hinblick auf einige spezielle Gesetze und wie sie zu befolgen sind.

a) Wenn ich am Altar einen Stier als Brandopfer darbiete, weiß ich, dass dies für den Herrn einen lieblichen Geruch erzeugt (Lev. 1:9). Das Problem sind meine Nachbarn. Sie behaupten, der Geruch sei nicht lieblich für sie. Soll ich sie niederstrecken?

b) Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen, wie es in Exodus 21:7 erlaubt wird. Was wäre Ihrer Meinung nach heutzutage ein angemessener Preis für sie?

c) Ich weiß, dass ich mit keiner Frau in Kontakt treten darf, wenn sie sich im Zustand ihrer menstrualen Unreinheit befindet (Lev. 15:19-24). Das Problem ist: Wie kann ich das wissen? Ich habe versucht zu fragen, aber die meisten Frauen reagieren pikiert.

d) Lev. 25:44 stellt fest, dass ich Sklaven besitzen darf, sowohl männliche als auch weibliche, wenn ich sie von benachbarten Nationen erwerbe. Einer meiner Freunde meint, das würde auf Mexikaner zutreffen, aber nicht auf Kanadier. Können Sie das klären? Warum darf ich keine Kanadier besitzen?

e) Ich habe einen Nachbarn, der stets am Samstag arbeitet. Exodus 35:2 stellt deutlich fest, dass er getötet werden muss. Allerdings: Bin ich moralisch verpflichtet, ihn eigenhändig zu töten?

f) Ein Freund von mir meint, obwohl das Essen von Schalentieren, wie Muscheln oder Hummer, ein Gräuel darstellt (Lev. 11:10), sei es ein geringeres Gräuel als Homosexualität. Ich stimme dem nicht zu. Könnten Sie das klarstellen?

g) In Lev. 21:20 wird dargelegt, dass ich mich dem Altar Gottes nicht nähern darf, wenn meine Augen von einer Krankheit befallen sind. Ich muss zugeben, dass ich Lesebrillen trage. Muss meine Sehkraft perfekt sein oder gibt’s hier ein wenig Spielraum?

h) Die meisten meiner männlichen Freunde lassen sich ihre Haupt- und Barthaare schneiden, inklusive der Haare ihrer Schläfen, obwohl das eindeutig durch Lev. 19:27 verboten wird. Wie sollen sie sterben?

i) Ich weiß aus Lev. 11, dass das Berühren der Haut eines toten Schweines mich unrein macht. Darf ich aber dennoch Fußball spielen, wenn ich dabei Handschuhe anziehe?

j) Mein Onkel hat einen Bauernhof. Er verstößt gegen Lev. 19:19 weil er zwei verschiedene Saaten auf ein und demselben Feld anpflanzt. Darüber hinaus trägt seine Frau Kleider, die aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht sind (Baumwolle/Polyester). Er flucht und lästert außerdem recht oft. Ist es wirklich notwendig, dass wir den ganzen Aufwand betreiben, das komplette Dorf zusammenzuholen, um sie zu steinigen (Lev. 24:10-16)? Genügt es nicht, wenn wir sie in einer kleinen, familiären Zeremonie verbrennen, wie man es ja auch mit Leuten macht, die mit ihren Schwiegermüttern schlafen (Lev. 20:14)?

 

 

Ich weiß, dass Sie sich mit diesen Dingen ausführlich beschäftigt haben, daher bin ich auch zuversichtlich, dass Sie uns behilflich sein können. Und vielen Dank nochmals dafür, dass Sie uns daran erinnern, dass Gottes Wort ewig und unabänderlich ist.

 

Ihr ergebener Jünger und bewundernder Fan

Jake

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Religion Privatsache?

Die Welt ist entsetzt: Die Pius-Bruderschaft betreibt Schulen! Da werden also die noch formbaren Hirne und Gemüter frühzeitig verbogen. Und was passiert in den sonstigen kirchlichen Schulen und Kindergärten? Wenn einer Umfrage zufolge 15 Prozent der Lehramtsstudenten im ersten Semester – darunter künftige Biologie-Lehrer - die Evolutionstheorie ablehnen und damit dokumentieren, dass sie zwischen Religion und Wissenschaft, zwischen glauben und wissen nicht unterscheiden, dann macht das überdeutlich: Religion ist keine Privatsache, sie hat unermessliche Auswirkungen auf das Weltgeschehen.